Wo man zu einem Gott wird …

ist so ne Art wörtliche Übersetzung von Teotihuacan. Ein Gott bin ich nicht geworden, aber ich bin schwer beeindruckt.

Ich stehe also auf der Pirámide del Sol und glotze in die Ferne. Der Gedanke daran, dass die Ruinen unter mir schon vor geschätzt 2400 Jahren bewohnt waren ist schier unglaublich. Zur Blütezeit haben im ganzen Areal um die 175.000 Menschen gelebt. Ich versuche mir vorzustellen, wie wohl ihr Alltag so war, bis dann irgendwann die nazikatholischen Spanier auftauchten und alle abgeschlachtet haben. 

Es ist sehr heiß und mein 2. Tag in Mexiko. Ich habe mir per Uber einen Fahrer besorgt – Juan Miguel. Er spricht kein Wort Englisch und meine Spanischkenntnisse lassen schwer zu wünschen übrig. Google Translate ermöglicht es uns dennoch eine Unterhaltung zu starten. Die Fahrt von Mexico City nach Teotihuacan dauert ca. 1:15h (66KM). Vor Ort kaufe ich mir einen albernen Sombrero, damit die Sonne mir nicht mein bißchen Gehirn wegbruzelt. Man befindet sich immerhin auf ca. 2200 Meter über Normalnull. Juan hat auch an Sonnencreme gedacht. Wir teilen uns Bifi Würste und reden über belangloses Zeug. Während ich auf Archäologie-Tour bin, wartet Juan im Auto. Das ganze Areal ist einfach nur krass. Ich erwische mich ständig dabei wie ich innehalte, um die beiden Pyramiden und die anderen Ruinen anzustarren.

So verbringe ich ca. 2h hier. Zurück zum Treffpunkt, 5 Minuten Wartezeit und meine neuer mexikansicher Kumpel Juan Miguel steht mit seiner Karre parat. Auf dem Rückweg kurz an der Straße angehalten, um den größten Bierbecher der Welt in Empfang zu nehmen – garniert mit Chilizeugs:

Ich glaube Mexiko wird mein neues Lieblingsland. Die Leute hier sind wirklich von Herzen nett und sehr hilfsbereit. Das bißchen Stadt und Land was ich bisher gesehen habe, erinnert schon sehr stark an die USA (Autos, Billboards, Verkehrsschilder, etc.), aber halt ne echt nette und billiger aussehende Variante. Der Vorteil von Mexiko ist natürlich, dass es hier nicht Unmengen von behinderten und völlig verblödeten US Amerikanern gibt, die einen mit ihrer aufgesetzten Freundlichkeit belästigen.

Juan und ich haben gestern 4:57h zusammen verbraucht und sind 133KM gefahren für schlappe 60 Euro. 

Heute dann lahmes BusinessMeeting mit Kunden und danach extrem gutes mexikanisches Essen in der Hacienda de los Morales

Damals dachte ich es wäre billig in Polen zu essen, aber Mexiko schlägt einfach alles. Wir haben es uns hier richtig besorgt + Biere und sind mit knapp 30 Euro pro Person aus dem Laden raus – Trinkgeld inklusive. Teilweise waren 4 Kellner um uns herum, um Tortillas mit Spanferkel und alles mögliche an anderem Zeug zu servieren. Morgen geht’s weiter und auf dem Plan steht auf jeden Fall in alter “Toy Stories” Tradition, ein Besuch in nem Star Wars Vintage Laden: World Cards Mexico