Neue Freunde und alte Freunde, die keine neuen Freunde werden

Heute 2 Geschichten über Freundschaften:

Alte Freunde:

Nach 3 Tagen Stockholm und dem Feiertag gestern bin ich heute Morgen um 9:00 im Büro angekommen. Zuerst mal Kaff gekocht und dann den Laptop in der Dockingstation untergebracht. Als ich mich dann meinen beiden Bildschirmen zuwenden wollte, lachte mich die Sommer-Speisekarte meines Ex-Lieblingspizzalieferdienstes “Gürtel Express” (siehe Post vom 24. Mai) an.

Blitzschnell kombiniert: Der Liefertyp muss im Büro gewesen sein und hat mir die Karte auf die Tastatur gelegt – ein Friedensangebot? Waffenstillstands Anfrage? Schlechte Kommunikationspolitik des Gürtel-Express Chefs gegenüber seinen Liefersklaven, die nichts vom schmählichen Verrat und dem Haus- und Bestellverbot wissen? Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren, da der Gürtel-Express für mich gestorben ist. Ein alter Freund, der kein neuer Freund wird!

Neue Freunde:

Hier um die Ecke gibt es einen Rewe-City Markt. Öffnungszeiten 07:00 – 00:00 Uhr – genau mein Ding! Ein Supermarkt, der ewig lange geöffnet ist.

Einschränkung: Alkoholverkauf nach 22:00 nicht erlaubt. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, gehört and den Pranger! Wie auch immer – da der Laden lange aufhat gibt’s so ne Art Supermarkt-Security-Bullen. Der Typ ist Mitte 40 und hat mich mal angerempelt ohne sich zu entschuldigen. Was gibt es schlimmeres als schlechtes Benehmen? Kurz nachgedacht: Spontan fällt mir nichts ein. Seit diesem Moment finde ich den Supermarkt-Bullen richtig scheiße und lasse ihn das auch durch sporadische böse Blicke merken, wenn ich im  Rewe einkaufe. Wahrscheinlich registriert er das nicht, aber mir gibt es das Gefühl ihm mal richtig eine verpasst zu haben. Den üblichen bösen Blick hat er auch vor ungefähr 1 Stunde 26 Minuten bekommen, als ich mit L, E & M noch kurz einkaufen war. Hippie-Bio-Milch, Sahne für Waffeln und die obligatorische Flasche Rotwein, für den Hobby-Alkoholiker in mir. An der Kasse angekommen lege ich den ganzen Kram aufs Band und vor mir wird schon ein anderer Hobby-Alkoholiker zurechtgewiesen, dass er keinen Alk mehr kaufen kann, da es nach 22:00 Uhr ist. Nervöser Blick auf die Uhr – es ist 22:03 Uhr. Ok – die Supermarkt Tante wird den gleichen Spruch auch bei mir bringen – kurzer Blick nach hinten: Der Supermarkt-Bulle hat sich in Stellung gebracht, um die Kassen anzuglotzen. Was kommt als nächstes? Ich werde auf jeden Fall auf die Flasche Wein bestehen und zur Not auf mein Stammkundenrecht pochen oder den Marktleiter herbei zitieren lassen. Ein ähnlicher Typ taucht auf einmal neben dem Supermarkt-Cop auf und räumt irgendwelchen Dreck weg.

Wie erwartet, bekomme ich den “Eigentlich kann ich Ihnen den Wein nicht mehr verkaufen, da es schon nach 22:00 Uhr ist” von der, ansonsten netten, Kassentante. Ich frage – ahnungslos – nach wie spät es denn ist und stelle mich mental auf eine Diskussion ein, als aus dem Hintergrund der Supermarkt-Bewacher der Kassentante klarmacht, dass die Pulle Rotwein schon klar geht. Damit hätte ich ja mal überhaupt nicht gerechnet. Innere Begeisterung und den Typ auf der virtuell-mentalen Freundschaftsliste vermerkt! Die arme Kassen-Tante hat dann noch von dem Marktleiterverschnitt nen Anranzer bekommen und ich zog zufrieden von dannen.

So kann es gehen: Ein neuer Freund!

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